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Support: BONES

 

Es gibt ihn. Diesen Moment, an dem jeder Musiker bemerkt, dass es am meisten Sinn macht, den eigenen Instinkt anstelle kühner Erwartungen zur Basis seiner Musik zu erklären. Für PVRIS, gesprochen wie Frankreichs Hauptstadt von einem Amerikaner, für diese dreiköpfige Rockband aus Boston also kam besagter Moment schon bei ihrer Entstehung – erfreulich früh also. Das Trio gründete sich im Studio, wo alle drei mit anderen Projekten beschäftigt waren, und beschloss, dass unbedingt zu vermeiden wäre, darüber zu sinnieren, was Musik eigentlich sei. Und wie sie zu klingen habe. “Unsere Vision”,sagt Lynn, “lautete sehr einfach: Wir wollten genau das tun, wonach uns in dem Moment gerade zumute war.” Als Manifest dieser Vision darf nun “White Noise”, das Debüt-Album von PVRIS gelten. Das Werk ist so etwas wie ein eigenständiges Wesen, voller dynamisch heranbrandender Rocksongs, die eine Kollektion der Einflüsse und Inspirationen ihrer Schöpfer sind. Die Band hat mit viel Sorgfalt ihr Interesse an elektronischer Musik gepflegt und hofft nun sehr zurecht, diese Sounds auf ihre mit dem Pop flirtenden Rocknummern transformiert zu haben. “Wir hatten eine Art diffuser Idee”, so Lynn, “ohne auch gleich eine Ahnung zu haben,wie das am Ende klingen könnte. Wir haben also gewissermaßen die Musik auf die Suche nach sich selbst geschickt”. “White Noise” wurde im vergangenen Winter mit dem Musiker Blake Harnage, einem langjährigen Freund der Band, in dessen Studio aufgenommen. Das erste komplette Album, bei dem Blake als Produzent tätig war, und dennoch essentiell von ihm geprägt. “Blake schickte mir eine SMS, nachdem der Vertrag mit der Plattenfirma unterschrieben war”, erinnert sich Lynn, “und er meinte,wir könnten gemeinsam eine unglaubliche Platte erschaffen. Und genau so war es dann auch. Blake jagt nicht jeden Ton durch einen Filter, er macht schlicht und einfach Musik. Ihn interessiert nicht als erstes, was die Leute draußen darüber oder über seine Person denken, er lässt die Klänge einfach fließen und umarmt sie regelrecht. Er hat definitive unsere Sicht des Musikmachens verändert.” Bindeglied der Songs auf diesem Album sind die Lyrics und der Titel, denn beide rufen Erinnerungen sowohl an das Übernatürliche, als auch an den brutalen Sound wach, den kaputte TV-Geräte oder Elektrizitätswerke von sich geben. Gespenster, wenngleich oft nur metaphorische, bevölkern die Songs von PVRIS, ein wiederkehrendes Thema mit Nachhall. Manche Zeile taucht in gleich mehreren Tracks auf und knüpfen so die Songs noch enger aneinander. Und doch existiert jeder davon auch für sich ganz allein. „St. Patrick“ etwa, ein vorwärts treibender Rocker, wird befeuert von Lynns aufrüttelnder Stimme, die aus elektronischen Sounds emporsteigt und die Gitarrenriffs umweht. Am Ende steht ein leicht düsteres Album, das dem Hörer trotzdem eine Handvoll Vertrauen belässt. „Da schwang manchmal regelrecht ein bisschen Angst mit im Studio“, sagt Lynn, „wir alle bemerkten, dass irgend etwas unglaublich klang, aber keiner konnte genau sagen, was es war und wie man es in den Griff bekommen könnte“. Sie seien der Furcht aber schließlich Herr geworden, vor allem dank der Hilfe Blakes, „er hat uns wieder Vertrauen in unsere Arbeit gegeben. Jedenfalls sind wir jetzt wahnsinnig stolz auf das Album, auch weil es uns als Band so genau repräsentiert“. PVRIS, die in den letzten Jahren mehrfach durch die USA getourt sind und auch Teil der „Warped Tour“ im Sommer 2014 waren, haben ihre Performance jetzt noch einmal überarbeitet, um dem Album die passende Umgebung zu schenken. „Ich hoffe“, so Lynn, „die Leute können sich aus dem Konzert mit nach Hause nehmen, was ihnen für lange Zeit gefällt. Es kann wirklich irgendetwas sein. Wir haben diese Musik gemacht, weil wir sie lieben, und jetzt kann sie gern jedem auf der Welt gehören.“

Künstler

Veranstaltungsdatum

April 23, 2016

Einlass

20:30 PM

Veranstaltungsort

Strom